Samstag, 10. März 2012

„StS-Storybook” 2 präsentiert: Katja Klengel

Katja Klengel (*1988 in Jena) studiert zurzeit freie Kunst in Dresden. Für den Schwarzen Turm hat sie bereits mehrere Kurzgeschichten gezeichnet. Momentan arbeitet sie an einer längeren Comic-Geschichte für eine große Zeitung.
Musikalische Vorlieben: Wenzel, Element of Crime, elektronische Musik.

Katja zur Umsetzung ihres Songs: „Der Begriff ‚Veitstanz’ hat etymologisch mehrere Bedeutungen. Im Mittelalter war es ein anderer Begriff für Tanzwut. Bei Veitstanz handelte es sich aber auch um eine Krankheit, die mit krampfhaften Zuckungen einherging. Im Mittelalter waren viele Bauern davon befallen, weil sie das Mutterkorn aßen, das Nervengift enthielt.
Heute ist Veitstanz eine andere Bezeichnung für eine Erbkrankheit mit ähnlicher Symptomatik. Ich habe also in dem Liedtext von Anbeginn nur eine leidvolle Stimmung wahrgenommen: extremer Rausch und Kontrollverlust, begleitet von einem paranoiden Angstgefühl. Es kam mir ungesund vor. Auch die Liebschaft, die angedeutet wird, erschien mir durch die Ambivalenz so ungesund und grotesk, dass ich die Existenz dieser Liebe in Frage stellen wollte.
Der Liedtext war wenig narrativ, sondern nur eine fragmentartige Beschreibung gegensätzlicher Situationen, die ich einfangen wollte. In meiner Interpretation geht es um eine junge Frau, die durch Drogen den Kontrollverlust in Form eines gewaltigen sexuellen Rausches erlebt; wobei in meinem Kopf immer klar war, dass es den sexuellen Gegenspieler in der Form nicht gibt. Für mich war es wichtig, die düstere Grundstimmung des Liedes einzufangen und Veitstanz so lebendig wie möglich zu zeichnen.”

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